Johann Neubauer

Schlosser. Widerstandskämpfer. Hingerichtet.

* 1920    † 1943

 

Lebenslauf

Johann Neubauer wurde am 1.1.1920 in Wien geboren. Er arbeitete als Schlosser.

Kommunistischer Jugendverband, Widerstandsgruppe "Soldatenrat"

Johann Neubauer war Mitglied des kommunistischen Jugendverbandes und fungierte als Gebietsleiter. Er gehörte zur Widerstandsgruppe "Soldatenrat".

Widerstand, Verhaftung, Todesurteil

Am 18. 7. 1941 wurde Johann Neubauer verhaftet und am 23. 9. 1943 in Krems gemeinsam mit Bruno Morawitz, Franz Reingruber und Anton Mayer (aller hingerichtet) zum Tode verurteilt. Am 22.10.1943 erfolgte seine Hinrichtung im Landesgericht I in Wien.

Aus dem Urteil

„Der Angeklagte fand sich bei dem Umbruch in den Alpen- und Donaugauen mit den politischen Verhältnissen nicht ab, sondern suchte seinen Umgang in kommunistischen Kreisen, in denen er hauptsächlich mit Anton Kellner verkehrte. Anfang des Jahres 1940 fing er damit an, im X. Wiener Gemeindebezirk den Kommunistischen ­Jugendverband aufzubauen. Er warb den Mitangeklagten Bruno Morawitz, dessen Bruder Karl Morawitz, [Karl] Gschmeidler, [Karl] Misarz und Rudolf Plank.(…) Nachdem er in dieser Weise den KJVÖ im X. Wiener Bezirk aufgebaut hatte, ging der Angeklagte daran, die Verbindung zu benachbarten Orten aufzunehmen. Er traf sich mit einem Kommunisten in Himberg und bekam über diesen Fühlung mit Gesinnungsgenossen in Schwechat, Maria-Lanzendorf, Ebergassing und Leopoldsdorf.“

Gedenktafel

Seit 1954 ist eine von der KPÖ gestiftete Gedenktafel auf der städtischen Wohnhausanlage in Wien 10 (George Washington-Hof; Birkenhof, Stg. 5) angebracht.

Gedenkort - Straflandesgericht Wien

Im ehemaligen Hinrichtungsraum des Wiener Landesgerichts findet sich sein Name auf einer der Gedenktafeln.

Gedenkort - Gruppe 40, Zentralfriedhof

In der Gruppe 40 wurden die im Wiener Landesgericht Hingerichteten beerdigt. 2013 wurde die Gruppe 40 zur Nationalen Gedenkstätte erklärt.

Quelle

Willi Weinert, "Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer", Sternverlag, 4. Auflage, Wien 2017 - Biografien der im Wiener Landesgericht hingerichteten WiderstandskämpferInnen

Weiterführende Informationen

  • DÖW Katalog zur permanenten Ausstellung. Hg. v. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Wien 2006
  • Wolfgang Neugebauer, Der österreichische Widerstand 1938-1945, Wien 2008
  • Die Geschichte des Grauen Hauses und die österreichische Gerichtsbarkeit, Wien 2012
  • DÖW (Hg.) Widerstand und Verfolgungen in den österreichischen Bundesländern (Wien, Burgenland, Oberösterreich, Tirol, Niederösterreich, Salzburg), Wien 1975-1991
  • Heinz Arnberger, Claudia Kuretsidis-Haider (Hg.) Gedenken und Mahnen in Niederösterreich. Erinnerungszeichen zu Widerstand und Verfolgung, Exil, Befreiung, Wien 2011
  • Brigitte Bailer, Wolfgang Maderthaner, Kurt Scholz (Hg.), „Die Vollstreckung verlief ohne Besonderheiten“, Wien
  • Herbert Steiner, Gestorben für Österreich. Widerstand gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1995
  • Herber Steiner, Zum Tode verurteilt: Österreicher gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1964
  • Willi Weinert, „Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer“. Biografien der im Wiener Landesgericht hingerichteten WiderstandskämpferInnen gegen das NS-Regime. Ein Führer durch die Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof. 4. Auflage Wiener Stern Verlag 2017
  • Lisl Rizi, Willi Weinert, „Mein Kopf wird euch auch nicht retten“. Korrespondenzen österreichischer WiderstandskämpferInnen aus der Haft. 4 Bände. Wiener Stern Verlag 2016

Web-Hinweise


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